Pfad des Nebels
- Überfahrt und Reise ins Neue -
Lin’yun verbrachte noch eine Nacht bei den Fischern, sie erholte sich von der Reise in die Krasarangwildnis und frischte ihre Vorräte auf.
„Guten Morgen, auf geht’s. Bist du bereit für die Überfahrt?“ lächelte Yanlin Wasserkante. „Ich weiß nicht was mich erwarten wird, aber ich fühle mich gestärkt und wir können aufbrechen.“ antwortete Lin’yun.
Das Boot wartete vorbereitet an dem kleinen Steg. Nach einer Verabschiedung machten sich Yanlin und Lin’yun auf und gingen an Bord des kleinen Kutters. Yanlin steuerte das Boot hinaus auf die offene See. Für Lin’yun war es das erste Mal auf einem Boot auf dem Meer. Ein kleines bisschen war ihr schwummrig. Dieses Gefühl von keinem festen Boden war ihr neu, hinzu kam eine leichte Übelkeit. Nach einigen Stunden konnte sich ihr Körper an die neuen Begebenheiten gewöhnen. So vergingen die ersten Stunden und sie und Yanlin schipperten mit dem Boot über das Meer in Richtung Kalimdor.
Am Abend bei einer Mahlzeit fragte sie dann nach:
„Wo werden wir denn in Kalimdor anlegen?“
„Ratschet ist unser Ziel, eine neutrale Handelsstadt der Goblins.“ – „Goblins?“ – „Ja – Goblins, sie führen diese Stadt. Dort wird sehr viel Handel betrieben. Viele Angebote, wie Tavernen, Glücksspiel oder Arenen sind dort. Unterschiedlichste Leute sind dort zu finden, Allianzler und Hordler. Es ist wirklich beeindruckend. Aber es ist zu laut und chaotisch für mich. Ich freue mich immer, wenn ich wieder abreise.“ berichtet Yanlin.
Er fragt Lin’yun: „Warum willst du nach Kalimdor?“
Lin’yun lächelt und sagt voller Freude: „Ich werde mich der Horde anschließen und die Welt kennenlernen!“
Yanlin nickt anerkennend: „Das klingt sehr aufregend und spannend“ nun lacht er: „Für mich wäre das nichts. Ich bin sehr gerne in der Krasarangwildnis und fische für mein Leben gerne.“
Der Tag neigte sich dem Ende und so verstrich der erste Tag auf offener See. Beim Anbruch des dritten Tages sahen sie nun auch die Küste Kalimdors. Lin’yun war von der Größe beeindruckt, Yanlin sah sie an und sagte: „Auch wenn wir Kalimdor schon sehen, wir haben noch zwei Tage Fahrt vor uns.“
„Dieser Kontinent ist gewaltig!“ staunte Lin’yun.
Auch diese zwei Tage verliefen ohne großartige Zwischenfälle. Am fünften Abend der Schiffreise sahen sie nun schlussendlich den Hafen von Ratschet. Nachdem sie angelegt haben, war es für Lin’yun an der Zeit ihre Sachen zu nehmen und sich zu verabschieden.
„Vielen Dank Yanlin Wasserkante, möge dein Rückweg genauso ruhig verlaufen! Ich wünsche dir noch viel Spaß und einen guten Fang in der Zukunft!“ Yanlin sah sie lachend an: „Das habe ich gern gemacht, dir wünsche ich viel Erfolg bei der Horde, auf dass deine Träume in Erfüllung gehen“ Beide gaben sich die Hand und Lin’yun ging in die Stadt.
Sie fühlte sich erschlagen von der Größe. Trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit war es doch sehr laut. Sie suchte eine der Tavernen auf und bestellte sich erst einmal einen Tee und fragte den Wirt nach dem Weg nach Orgrimmar, der Hauptstadt der Horde. Dieser erklärte ihn kurz. Sie notierte sich den Weg und fragte nach einem Zimmer für diese Nacht. Nach dem Bezahlen zeigte ihr der Wirt ihr Zimmer und sie machte sich fertig für ihre erste Nacht auf einem fremden Kontinent.
Morgen breche ich auf nach Orgrimmar, ich bin sehr gespannt, was mich da wohl erwarten wird. Am nächsten Tag schaute sie sich noch einmal kurz in Ratschet um. Sie sah das geschäftige Treiben in der Stadt. Viele waren unterwegs, unterschiedlichste Völker. Sie sah an einer Ecke Menschen, vermutlich Schiffsleute, bei Goblinhändlern feilschen. An einer anderen Ecke sah sie Orcs große Kisten vorbereiten, für einen Transport vermutlich. In ihrer Nähe stand eine sehr große Kreatur mit einer Tragevorrichtung, wo vermutlich die Kisten befestigt wurden. So auf diese Art mussten die Orcs nichts selbst tragen, außer ihre Waffen, diese hatten sie immer griffbereit – zur Sicherheit vor etwaigen Dieben.
Sie beschloss, sie hatte genug gesehen. Zur Mittagszeit verließ sie Ratschet Richtung Wegekreuz und wanderte los. Die Sonne brannte auf sie herab, während sie die karge Landschaft vom nördlichen Brachland durchstreifte. Brachland traf es ziemlich gut, dachte sie. Gegen Abend machte sie unterwegs ein kleines Lager. Sie baute ihr Zelt auf und entfachte ein kleines Feuer.
Glücklich genoss sie ihr erstes Mahl unterwegs. Nach einer Meditation unter dem Sternenhimmel ging sie ins Bett, um sich zu erholen. Am nächsten Morgen packte sie ihre Sachen zusammen und machte sich auf den Weg zu ihrem Zwischenziel. Angekommen am Wegekreuz, füllte sie Vorräte nach und genehmigte sich eine warme Mahlzeit.
Danach verlor sie wenig Zeit und machte sich direkt auf den nächsten Weg. Ihr nächstes Ziel ist Klingenhügel. Das hat sie vom Gastwirt am Wegekreuz erfahren. Der Tauren hat ihr erzählt, dass es am geschicktesten wäre, dort vor dem letzten Weg nach OG einen letzten Halt zu machen. Da sie gegen Mittag das Wegekreuz verließ wanderte sie den Nachmittag über durch das Brachland Richtung Durotar. Während der Wanderung dachte sie über die letzten Tage nach und den Unterschied zwischen Kalimdor und Pandaria. In Gedanken versunken kam sie in Klingenhügel an. Dort organisierte sie sich ein Nachtlager und verbrachte die Nacht dort.
Nun am nächsten Morgen begab sie sich auf den letzten Teil der langen Reise. Nach ein paar Stunden war es geschafft. Sie erblickte die Mauern Orgrimmars. Ehrfürchtig stand sie einen kurzen Moment vor den Toren und ließ die gewaltige Front auf sich wirken. Danach begab sie sich auf den Weg in die Stadt. Im Durchgang zum inneren sah sie den Portalraum und war erstaunt. So etwas hatte sie noch nie gesehen.
Die Magier kümmerten sich darum, dass in jedem Winkel Portale verfügbar waren. Kurz darauf betrat sie die Stadt und sah den mächtigen Innenhof. Komplett überwältigt von der Größe und Weite wusste sie nicht, wohin sie als erstes schauen sollte.
Aber eines war auf jeden Fall klar! Sie hat es geschafft – Sie ist in Orgrimmar. Nun ist es an der Zeit anzukommen und ein neues Leben zu beginnen. Sie ist aufgeregt aber voller Mut und voller Freude. Sie lief los in die Stadt und fing an erstmal nach einer Unterkunft zu suchen.